13
Okt
2006

Danke, Freiburg!

Erfolgreicher hätte die Auftakt-Veranstaltung der Web 2.0 Roadshow der MFG nicht sein können. Vielen Dank, Freiburg!

Über 50 Leute zwängten sich in das sehr repräsentative Foyer und spätestens, wenn die örtlichen Veranstalter Stühle schleppen müssen, da die Sitzplätze nicht ausreichen, freut man sich.

Die beiden Praxisbeispiele waren zudem sehr interessant. Dr. Dennis Mocigemba berichtete von seiner wisssenschaftlichen Studie über die Typologie von Podcastern und Markus Hoffman präsentierte fudder.de, ein sehr erfolgreiche regionale Website (Weblog wäre zu wenig gesagt), die zeigt, wie es Zeitungverlagen im Netz gelingt, regionale Themen zu behandeln und insbesondere junge Nutzer zu binden. Hinter fudder steckt die Online Verlag GmbH, eine Tocher des Badischen Verlags.

Zwei Stunden - nonstopp ohne Pause - waren eigentlich viel, aber das Publikum blieb auch noch danach, stelle Fragen und diskutierte mit den Referenten. Gute Ideen sind entstanden: z. B. Podcasts als Info-Medium für Außendienstmitarbeiter, um diese auf dem Weg zum Kunden über die neuesten Produkte zu informieren.

Die klare Aussage meines Vortrags zum Thema Web 2.0: Man kann sich Know-How nur bedingt bei Agenturen und Dienstleitstern kaufen, man muss es einfach probieren.

Und ich glaube, wir haben es geschafft, dass vielleicht der ein oder die andere heute mal in Blogs reinliest oder vielleicht sogar ein eigenes eröffnet.

Nächte Woche geht es weiter in Pforzheim und Mannheim.

edublogs.de (beta)

edublogs.de bietet grade Gratisblogs an. Für... Edukatoren. Hinweis von: BildungsBlog: edublogs.de (beta)]

Auszüge vom Titelthema Web 2.0 aus dem Focus 41/2006

Damit das ganze nicht so dröge ist, gibts unter jedem Auszug ein Kommentar von mir.

Die Zeit, sich anonym im Netz zu präsentieren und möglichst wenig von sich preiszugeben, ist vorbei

Datenschutz? Obwohl, manche Leute müssen sich unbedingt verstecken. Es könnt ja jemand was von ihnen böses wollen. Wem es an Selbstvertrauen mangelt, der wird sich mit der Selbstpräsentation im Netz schwer tun. Es ist ja auch ein Stück "sich selbst verkaufen".


Wer die eigene Identität im Netz zeigt, erzielt Aufmerksamkeit, gewinnt Vertrauen und kann so leichter Kontakte knüpfen

Würde ich so nicht unterschreiben. Ist in gewisser Weise auch wichtig, wo man seine Identität verbreitet. MySpace wäre jetzt nicht so mein Ding. Es bietet mir keine Vorteile.


Die Fragen, wer hat meine Seite angeschaut, wer interessiert sich für mich, sind ganz wichtig

Das "openBC-Phänomen", jaja.


Statt Geld erwartet die Teilnehmer kurzfristiger Ruhm. Das Heischen um Aufmerksamkeit, der Wettlauf um die vorderen Plätze bei den unzähligen Rankings hat aber auch eine brutale Seite: Was nicht angeklickt wird, verschwindet innerhalb kürzester Zeit in den Tiefen des riesigen Datenmeers.

Erinnert mich an die Diskussionen mit dem Schwanzvergleich äh Bloglängenvergleich unter den Bloggern.
Da gehts zu wie im Kindergarten: "Das ist meiner...ätsch".


Angesichts solcher Euphorie befällt manch einen ein Déja-vu-Gefühl. Auf den Titelblättern der US-Magazine grinsen wieder kaum erwachsene Männer in T-Shirts in Siegerpose. Erneut stecken Risikokapitalgeber Millionenbeträge in winzige Internet-Klitschen.

Ich glaube eher an eine größere Aufmerksamkeit: Es investieren viele Firmen größere Summen Geld in kleine Firmen, die noch gar kein Geld verdienen.
Wenn ich zurückdenke an die Zeit, als ich viel Zeit und Geld (für meine Verhältnisse) in meine Internet-Tätigkeiten investiert habe, dann würde so mancher nur mit dem Kopfschütteln und die Blase platzen sehen.
Es muss niemand mitmachen.


Deutsche Klone der in den USA erfolgreichen Geschäftsmodelle haben es zudem schwer, in der vergleichsweise kleinen Internet-Gemeinde Deutschlands rasch Millionen Nutzer zu gewinnen. Nur wenige werden überleben können. "Es ist ein Monopolmarkt".

1. Der deutsche Markt ist klein, aber fein. Wer Millionen Nutzer braucht, um Geld zu verdienen, der hat das falsche Geschäftsmodell.

2. Monopole mögen die Nutzer nicht gerne. Siehe Microsoft oder Deutsche Telekom. Wer hackt nicht gerne auf denen rum.


Dauerhaft erfolgreich sind nur die Communities, die auch einen Nutzen bieten wie MySpace mit seiner Musik oder US-Studentenportal Facebook, auf dem Mitglieder die Handy-Nummern ihrer Kommilitonen finden.

Nutzen hin oder her. Es kommt auf die Emotionen an. Der Geilheitsfaktor ist wichtig.


Gerichtliche Auseinandersetzungen über Urheberrechtsverletzungen verbannten einst populäre Musikportale wie Napster in die Bedeutungslosigkeit.

Napster in der damaligen Form gibt es nicht mehr. Was war die Folge? Die Nutzer haben die Musik woanders getauscht. Und heute? Die Musikindustrie kommt nicht aus den Sesseln. Sie haben nicht verstanden, was die Nutzer wollen: Schnell, unkompliziert und günstig Musik herunterladen.


Die MySpace-Betreiber gerieten wiederholt in die US-Schlagzeilen, weil Pädophile den Kontakt zu Teenagern über die Plattform gesucht hatten.

Eine Entwicklung, mit der wir lernen müssen umzugehen.


Und Googles Community Orkut ist zu einem semikriminellen brasilianischen Ghetto mutiert.

War schon immer so: Das Internet spiegelt die Gesellschaft wieder. Die scheinbare Anonymität lockt dazu, die Grenzen zu überschreiten.


Viele Menschen stellen aber wesentlich mehr Informationen über sich selbst ins Netz. Sich selbst online darzustellen, sich zu inszenieren, ist mittlerweile ein wesentlicher Treiber des Internets.

Insbesondere durch die Leute, die ein erhebliches Geltungsbedürfnis haben. Jeder wünscht sich Anerkennung, Lob und Aufmerksamkeit.


Wenn Leute auf einer Plattform irgendetwas für sich hinschreiben, ist das noch längst keine Community. Soll eine Gemeinschaft entstehen, muss die Plattform auf Interaktion hin entworfen sein, also zum Beispiel ermöglichen, dass Leute sich kontaktieren können.

Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation.


Anreize: Das muss nicht unbedingt Geld sein: Vileicht sein Pseudonym, mit dem er im Web bekannt ist, auf einer coolen Seite in einer Top-Ten-Liste zu sehen oder ein Foto von ihm von anderen als Favoriten markiert zu bekommen.

Geltungsbedürfnis, Aufmerksamkeit und Anerkennung.


Das Web dient dazu, sich einen guten Ruf aufzubauen. Bei Bewerbungen in den USA wird der Job-Aspirant bereits über seine Blogs befragt. Es ist zunehmend wichtig, dass sich im Internet mit meinem Namen, meinem Pseudonymen eine durchgängige Geschichte verbindet, die sich zurückverfolgen lässt.

Datenschutz?
Mal ganz ehrlich: Ich würde lieber jemanden einstellen, über den ich vorher weiß, welche Haken und Ösen er hat, als einen, über den ich gar nichts weiß.
Und noch was: Das Internet bietet so viele Möglichkeiten die eigene (echte) Kompetenz und Erfahrung herauszustellen. Das schafft kein Bewerbungsschreiben mit beigelegten Zeugnissen und Zertifikaten.

Social Software @ BW

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