Das war für mich eine der interessantesten und inhaltlich dichtesten Veranstaltungen in diesem Jahr. Nirgendwo sonst habe ich so eine geballte Web-2.0-Kompetenz erlebt. Auch hier wurde viel darüber geredet was man mit Web 2.0 machen kann. Weniger wurde davon geredet, was mit Web 2.0 gemacht wird. Da sind wir in Deutschland einfach noch nicht so weit, dass die breite Masse Web 2.0 einsetzt. Dafür muss einfach der Hype aus dem Thema raus. Nur so nähern sich Anbieter und Konsumenten aneinander an.
Einige der drängensten Fragen, wie bringe ich Nutzer dazu sich an Web 2.0 zu beteiligen oder wie gehe ich mit Blogs und Bloggern um, wurden zwar angerissen, aber nicht abschließend geklärt. Das Thema Blog, als sich etablierendes Informations- und Kommuniktaionsmittel, war stark vorherrschend. Nachhaltige und stichhaltige Ausführungen haben trotzdem gefehlt. In einem Vortrag von Klaus Eck und einer Podiumsdiskussion wurde zwar berichtet und diskutiert, aber eben nur Basis-Dinge, die an jeder anderen Stelle im Netz auch diskutiert werden.
Ich stelle auch fest, dass es an Erfahrungen mit Blogs in der Unternehmenskommunikation, für Markting und PR fehlt. Die Zeit dafür ist reif sich damit auseinanderzusetzen. Doch diese Art der offenen Kommunikation schein für so manches Unternehmen ein Problem zu sein. Vor allem konservative Unternehmen mit wenig Internet-Erfahrung tun sich damit schwer. Die werden bei dieser ganzen Entwicklung auf der Strecke bleiben und irgendwann Knowhow und Dienstleistung einkaufen müssen. Ob das der richtige Weg hin zu Web 2.0 ist? Web 2.0 ist Einstellungssache im Umgang mit Menschen (Kommunikation) und Informationen. Wer in klassischen Organisationsstrukturen denkt und handelt wird nie webzwonullig.
Dass die neuen Entwicklungen, die mit Web 2.0 Einzug ins Internet halten nicht die heilbringendsten Lösungen für nicht bestehende Probleme bringen, sollte jedem Kongress-Teilnehmer klar geworden sein. Web 2.0 und was auch immer dazugehört kann nur als ein Teil eines Ganzen sein. Das etwas bestehendes ergänzt und nicht, wie so viele andere predigen, ablöst. Was uns Web 1.0 gebracht hat, ist nicht mit einem mal falsch oder überflüssig. Mit nur wenig Aufwand lässt sich bestehendes auf Web 2.0 hiefen, wenn es das nicht vorher schon war. Keine Webseite muss mit einem mal Web 2.0 sein. Obwohl Web 2.0, richtig und gezielt eingesetzt, durchaus einen gewissen Geilheitsfaktor haben kann. Doch nicht alles was möglich ist, ist auch wirklich sinnvoll. Nicht alles muss gebloggt, geflickrt oder auf einem der Filmportale landen. Das weltweite Netz vergisst nichts. Was wir heute schreiben ist uns morgen vielleicht schon unangenehm oder hat schlimme Folgen. Mit der vollkommenen Offenheit kann auch nicht jeder umgehen.
Vielen Dank an das Organisationsteam von
directnews um Sabine Straßburg, die im Vorfeld und während der Veranstaltung für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben.
Besonders anmerken möchte ich, dass alle Teilnehmer am Anfang einen USB-Stick mit allen Präsentationen bekommen haben. So wünsche ich es mir für alle Kongresse, die ich besucht habe und in Zukunft noch besuchen werde. Hier können sich so manche Veranstalter eine Scheibe abschneiden.
Vielen Dank an die Referenten für ihre durchgängig sehr guten Vorträge. Informativ und bereichernd. Von meinen Aufschrieben, die hier im SoSo-Blog alle gebloggt sind werde ich mit Sicherheit noch einige Wochen profitieren. Nachträglich werde ich noch einige Aspekte eines Vortrags aufgreifen und mehr dazu bloggen.
Mit Christian Clawien von construktiv (verantwortlich für
www.mister-wong.de) hatte ich abends, im Anschluss an den Kongress, noch ein interessantes Gespräch. Unter anderem haben wir darüber gesprochen, wie die Oberfläche von
www.mister-wong.de auf ein Handy-Display zu bringen ist. Nach einigen Fingerübungen auf meinem Handy haben wir festgestellt, dass es für ein kleines Handy-Display eine abgespeckte Oberfläche mit den Grundfunktionen braucht, die vorallem die Bedienung über die Handy-Tastatur berücksichtigt.
Ich bin mal gespannt wann es einen "Mobile Wong" gibt. Ich habe mir inzwischen auch einen Account angelegt um von den Möglichkeiten des Social Bookmarking zu profitieren. Wenn es dann auch noch bequem auf dem Handy aufrufbar ist. Ja, das wäre super.